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Third Culture Kids (4): Rückkehr an einen unbekannten Ort
Von Ann Wöste
Übersicht

Foto: Konstantin Yuganov / Fotalia
Die Rückkehr gehört zu den größten Herausforderungen im Leben einer Expat-Familie. Vor allem deshalb, weil sie meist völlig unterschätzt wird, und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten alle Beteiligten völlig unerwartet treffen. Bei der Ausreise ist klar, dass das Leben in einem neuen Land mit neuen Bezugspersonen und einer fremden Sprache eine große Umstellung bedeutet, die einer gewissen Eingewöhnungszeit bedarf, und wo mit Stress und emotionalen Turbulenzen zu rechnen ist. Jeder kennt das Phänomen des Kulturschocks und wäre wohl eher verwundert, bliebe er aus. Dass es aber auch einen umgekehrten Kulturschock, den sogenannten Reentry-Schock geben kann, darauf sind die wenigsten Rückkehrer vorbereitet.

Und jedes Familienmitglied ist individuell betroffen. Der entsendete Mitarbeiter muss sich nun wieder den oft starren Strukturen der deutschen Firma unterwerfen, wo er doch in den letzten Jahren eher eigenverantwortlich war, von ihm erwartet wurde, dass er seinen Arbeitsstil ein Stück weit der Arbeitskultur des Gastlandes anpasste, und er flachere Hierarchien gewohnt war.

Für viele Mitarbeiter gibt es nach dem Ende der Auslandszeit oft gar keinen adäquaten Job, und sie hängen beruflich eine Weile in der Luft oder sind unzufrieden mit der neuen Position. Für manch einen ist diese Situation so unbefriedigend, dass die Aussicht auf Verlängerung oder einen weiteren Auslandsaufenthalt verlockend scheint.

Auch finanziell muss sich die Familie umstellen. Das üppige Auslandsgehalt, das über schwierige Arbeitsbedingungen und den Ausfall eines zweiten Einkommens hinwegtrösten sollte, weicht nun wieder dem üblichen Tarif. Der mitausgereiste Partner, meist die Frau, möchte möglichst schnell wieder zurück in ihren Beruf. Aber das stellt sie vor ganz eigene Herausforderungen. Vielleicht hat sie die Zeit im Ausland genutzt, um sich fortzubilden, und möchte sich nun beruflich verändern. Gleichzeit müssen aber ein Umzug gemeistert und etliche Kartons ausgepackt und in den Haushalt integriert werden, vielleicht steht ein Umbau oder eine Renovierung an, wenn das Domizil einige Jahre lang leer stand, oder es muss überhaupt erst einmal eine passende Bleibe gefunden werden.

Die Kinder müssen an Schulen oder Kindergärten angemeldet werden, und die Verwandten, die so lange vernachlässigt wurden, wollen besucht oder eingeladen werden. Wenn die Familie schulpflichtige Kinder hat, entscheiden sich viele für eine Rückkehr in den Sommerferien, damit der Schulwechsel einfacher ist. Der Arbeitsvertrag der Väter endet aber oft erst zum Jahreswechsel, die Partnerin ist dann in allem ziemlich auf sich allein gestellt.


 
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